Preisverdächtiges Engagement

    Stefanie Jeske setzt sich mit dem Verein Subvenio für Unfallopfer ein, die durch fremdes Verschulden Schaden erlitten haben. Zusammen mit Anne Leyendecker, Initiatorin von "Miteinander Wohnen in Verantwortung", wurde sie deshalb für den Deutschen Engagement-Preis vorgeschlagen.

    Stefanie Jeske (Mitte) hat den Verein Subvenio gegründet. Foto: Werner GabrielStefanie Jeske ist eine engagierte Frau, die für ihre Ziele kämpft. Deswegen im Mittelpunkt stehen, möchte sie aber nicht. Als sie nun mit dem Einsatz für den Verein Subvenio, Lobby für Unfallopfer Deutschland, für den Deutschen Engagement-Preis nominiert wurde und der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte, war es ihr wichtig, dass ihre engsten Mitstreiter mit dabei sein sollten: der Anwalt Frank Vormbaum, Nataly Brombach und Stefanie Jeskes 22-jährige Tochter Jacqueline.

    "Es geht ja nicht um mich", sagt die 44-jährige selbständige Web-Designerin. Aber ihre Mitstreiter machen auch keinen Hehl daraus, dass Stefanie Jeske die treibende Kraft hinter Subvenio ist. Wie hinter den meisten starken Engagements, steckt auch hinter ihrem eine eigene Erfahrung. Eine schlechte Erfahrung, die sie in etwas Gutes ummünzen wollte.

    Fünf Monate auf Krücken

    Ende 2004 wird sie von einem Nachbarshund umgerannt. Ein scheinbar harmloser Unfall mit Folgen. Wie sich erst nach einiger Zeit herausstellt, wurde durch den Zusammenprall ihr Kniegelenk und der Schienbeinkopf gebrochen, dazu der Außenminiskus abgerissen. Vier Mal wurde sie deswegen operiert. Fünf Monate lang war sie auf Krücken angewiesen.

    "Ich humpel noch, und das wird auch nicht mehr richtig heilen", sagt Stefanie Jeske. Neben den körperlichen Schmerzen und ihrer Arbeitsunfähigkeit mit den finanziellen Einbußen belastete sie vor allem die Tatsache, dass die Hundehalter und deren Haftpflichtversicherung ihr jeglichen finanziellen Ausgleich streitig machten. "Man läuft als Geschädigter seinen Ansprüchen hinterher", sagt Stefanie Jeske. Eine Erfahrung, die die meisten Unfallopfer machen. Ihr Glück: Sie hatte eine Rechtschutzversicherung. Wer diese nicht hat, muss Vorschüsse für Anwalt-, Gerichts- und Sachverständigenkosten zunächst einmal aus eigener Tasche zahlen.

    Vier Jahre haben die gerichtlichen Auseinandersetzungen gedauert. Dass sie mit dem Ergebnis sehr unzufrieden ist, schreibt sich Stefanie Jeske selbst zu. "Ich habe Fehler gemacht." Zum Beispiel einen Anwalt gewählt, der nicht spezialisiert war und ihren Verdienstausfall nicht geltend gemacht hat.

    Andere Betroffene profitieren

    Auch wenn die Auseinandersetzungen sie sehr belastet haben, hat sie sich davon nicht unterkriegen lassen. Wenn nun andere Betroffene von ihren Erfahrungen und Kontakten profitieren, dann hat sich das Ganze doch irgendwie gelohnt, findet sie.

    Zurzeit hat der Verein 44 Mitglieder. Sie sammeln das nötige Wissen und wichtige Adressen, wie die von Psychotraumatologen und Fachanwälten, um sie Betroffenen weiterzuvermitteln. Für die Beratung sucht der Verein noch Räume. 40 Unfallopfern hat Subvenio bereits helfen können, per Telefon, E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Darunter sind Menschen, die nach dem Unfall und den Auseinandersetzungen darüber körperlich, wirtschaftlich und psychisch am Ende sind. "Das sind die Leute, die Hilfe am dringendsten benötigen", sagt Stefanie Jeske. Trotz vieler Schicksalsschläge mit denen sie konfrontiert ist, überwiegt für sie das Positive: "Etwas zu bewegen, gelingt ja auch! Das ist eine tolle Erfahrung."

    Quelle: www.rp-online.de

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